Bestimmungsführer
(Identification guide)

 

Dieser Abschnitt dient der Hilfe bei der Bestimmung gefundener Federn des Großgefieders (Hand- (H) und Armschwingen (A) sowie Steuerfedern (S)) und einiger Kleinfedern (Flügel- und Steuerdecken) verschiedener Vogelarten.

Obwohl oft besonders das  Kleingefieder den farblichen Eindruck des Vogels bestimmt, werden diese Federn wenig gefunden und trotzdem im Merkmal Kleinfedern zusammen mit verschiedenen Deckfedern dargestellt, wenn sie besonders auffällig oder charakteristisch sind.

Die Einteilung erfolgt nach Merkmalsgruppen, geordnet nach Größen und unabhängig vom Federtyp und der Systematik. Dabei werden nur Durchschnittsgrößen angegeben. Die tatsächliche Größe kann bis zu 20% nach oben oder unten abweichen, in speziellen Fällen (z. B. beim Steuer der Rauchschwalbe) auch mehr.
Es kann durchaus vorkommen, dass eine Feder unter verschiedenen Gruppen zu finden ist.
Die Zuordnung zu den Merkmalsgruppen
ist subjektiv, weil die Übergänge durchaus fließend sind.

Um einen besseren Vergleich zu haben, wurden die Federn der rechten Seite ausgewählt, falls nicht vorhanden, linke gespiegelt. Weil es nur auf die besonderen Merkmale ankommt, sind die Abbildungen untereinander nicht maßstabsgerecht. Das heißt, dass die Handschwinge eines Seeadlers in der gleichen Größe wie die eines Zaunkönigs dargestellt wird. Deshalb ist es wichtig, einen "Verdacht" auf der Artseite genauer zu bestätigen, insbesondere die Größe. Dabei ist aber zu beachten, dass nicht in jedem Fall die gesuchte (Klein-)Feder auch auf der Artseite zu finden ist, sie gehört möglicherweise zu einem dort nicht abgebildeten Beleg der Sammlung.
Wichtig ist ferner zu beachten, dass in der Regel nur eine Beispielfeder gezeigt wird und die benachbarten oft mehr oder weniger leicht abweichen, manchmal aber auch vollkommen anders gezeichnet sein können. Falls möglich, wird für die Federn des gezeigten Typs (H, A, S, D, Hd und Ad) die Federposition angegeben (siehe auch Abkürzungen und Zahlen). Eine kleine Abweichung der Position ist möglich (~). Können verschiedene Kleider an dem Großgefieder deutlich unterschieden werden (Männchen (M), Weibchen (W), Jugend (i, j, oder immat.)), so werden auch dazu Angaben angefügt. Standardmäßig wird das Erwachsenenkleid ohne besondere Angabe angenommen.
Das Identifikationskürzel besteht aus Typ (H, A, S, D, Hd, Ad, OSd, USd u. a.), ggf. Nummer der Federposition sowie dem separat angegebenen Kleidkürzel (M, W, J|i, PK, SK).
So bedeutet z. B.  S5, dass es sich bei der gezeigten Feder um die Steuerfeder Nr. 5 handelt und Ad11(immat), dass es die Armdecke Nr. 11 eines noch nicht ausgewachsenen Vogels ist.
Bei vielen Arten kann die Färbung stark variieren (z. B. Mäusebussard und Waldkauz).
Auf der Unterseite sichtbare Kennzeichen (z. B. die "Schmalzrinne" bei Enten) oder abweichende Zeichnungen werden nicht angezeigt.
Meist außen vor bleiben zunächst die vielen unauffälligen grauen oder braunen Federn, die keine besonderen Merkmale aufweisen.

Durch Anklicken einer Federabbildung oder des Vogelnamens gelangt man zu der entsprechenden Artseite in der Federsammlung.

Siehe auch Kleine FederkundeTypen , Farben und Zeichnung.

Die Zusammenstellung wird weiter ergänzt.
 

Einteilung nach Farbe, Form und Zeichnung:
 
Besondere Formen (Specially forms):
Es handelt sich dabei um lange, spitze, gebogene, zerschlissene oder andere auffallende Federn.
 
Metallglanz (Metal gloss):
Die Federn weisen zumindest teilweise einen metallischen Schimmer auf, der blau, grün oder rötlich ausfallen kann.
Der ist unterschiedlich stark ausgebildet und ändert sich je nach Lichteinfall. Die Scannungen geben diesen Effekt allerdings oft nur unzureichend wieder.
 
Weiß (White):
Die gesamte Feder ist weiß. Abnutzung und Verschmutzung kann Verfärbungen bewirken.
 
Gelb (Yellow):
Teile der Feder sind deutlich gelb gefärbt. Die Intensität kann unterschiedlich ausfallen (Männchen, Weibchen, Jugendkleider).
 
Grün (Green):
Wie bei Gelb, nur diesmal grün. 
 
Blau (Blue):
Wie bei Gelb, nur diesmal blau. 
 
Rot (Red):
Wie bei Gelb, nur diesmal rot (rosa bis rotbraun). 
 
Schwarz (Black):
Die gesamte Feder ist schwarz oder dunkelgraubraun. Abnutzung und Verschmutzung kann Verfärbungen bewirken.
 
Charakteristische Fleckung (Characteristic spots):
Diese kann sehr unterschiedlich und variabel in allen Federbereichen auftreten.
Hier sind auch die Federn untergebracht, die einen größeren nicht scharf abgegrenzten und meist weißen Bereich besitzen. Der Übergang zur Bänderung ist fließend. 
 
Querstreifen (Bänderung) (Cross stripes / banding):
Meist dunkle Querbänderung auf hellerem Grund, aber auch umgekehrt. Die Bänder ziehen sich i. d. R. über beide Federfahnen.
Der Übergang zur charakteristischen Fleckung ist fließend. 
 
Längsstreifen (Stripes lengthways):
Hier sind alle Zeichnungen gemeint die mehr oder weniger parallel zum Federkiel verlaufen. 
 
Endbinde (Terminal bar):
Hier ist eine helle oder dunkle Binde am Ende der Feder gemeint. Diese kann unterschiedlich breit ausfallen und findet sich häufig auf Steuerfedern und Armschwingen.
Oft ist die Abgrenzung auch nicht scharf sondern verlaufend.
 
Kleinfedern (Little feathers):
Es werden sowohl Körperfedern als auch Flügel- oder Schwanzdeckfedern ausgewählt. Diese müssen jedoch eine markante Zeichnung aufweisen.
Bei diesen Federn ist die Schwankung in den Maßen besonders groß, so dass die Einordnung nur als Anhaltspunkt dienen kann.
In besonderen Fällen können sie zusätzlich bei anderen Merkmalen zu finden sein.

Es ist sehr beeindruckend, was dieser gezeigte Ausschnitt an kleinen Federn bereits für eine Vielfalt in Farbe und Zeichnung zeigen kann.

   

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